Dark Void

Dark Void

Zur Zeit des zweiten Weltkrieges fliegt der amerikanische Pilot William Grey zusammen mit seiner Ex-Freundin durch das Bermuda Dreieck. Die Mächte des Story Klischees zwingen die Maschine zum Absturz und die beiden landen in einer Welt in der sich Menschen und Außerirdische im Krieg befinden. Schnell schließen sie sich den Überlebenden an, um die Aliens in die Flucht zu schlagen.

Dark Void ist vordergründig ein weiterer Vertreter des überstrapazierten 3rd Person Cover-Shooter Genres, bietet aber trotzdem einige Abwechslungen und Variierungen der abgenutzten Formel. Will ist über weite Strecken des Spiels mit einem Jetpack ausgestattet, denn wie wir alle wissen können Jetpacks jedes Spiel aufwerten. So auch dieses. Während ihr bei anderen Genre Vertretern nur in der Horizontalen kämpft, erlaubt euch das Jetpack Feuergefechte in der Vertikalen auszutragen. So klettert ihr per einfachem Tastendruck Berge und Türme hinab und hinauf, während ihr euch Schießereien mit den Außerirdischen liefert.
Eine weitere Besonderheit stellen die häufigen Luftkämpfe dar. In vielen Leveln und Arealen könnt oder müsst ihr mit dem Jetpack fliegen und UFOs bekämpfen. Ihr könnt dabei jederzeit zwischen Gleit- und Flugmodus des Jetpacks wechseln.

Leider klingt das Spiel auf dem Papier aber interessanter als es letztendlich ist. Nach dem ersten der drei Kapitel baut Dark Void deutlich ab. Während die verschiedenen Gameplay Aspekte anfangs noch für Abwechslung sorgen, ist das Pacing ab Kapitel 2 komplett im Eimer. Die vertikalen Shoot-Outs geraten stark in den Hintergrund und stattdessen werden die Luftkämpfe in den Fokus gerückt. Leider offenbaren sich nun deren Schwächen. Mit steigender Gegneranzahl werden die Kämpfe immer hektischer, unübersichtlicher und monotoner. Gegnerische UFOs können im Quick-Time-Event gekapert werden, aber die Sequenz ist jedesmal dieselbe und dauert einfach viel zu lange. Umso störender ist es, dass eines der feindlichen Vehikel nur auf diese Weise zerstört werden kann. Man bekommt das Gefühl, dass mit solchen Mitteln und durch immer neue Gegnerwellen und extrem langsame Luftschiffe die beschützt werden wollen, die eigentlich sehr kurze Spielzeit künstlich verlängert wird.

Grafisch hat Dark Void, trotz Unreal 3 Engine, leider nicht viel zu bieten. Die meisten Gebiete sind trist und detailarm und viel Abwechslung gibt es nicht. Dschungel mit diversen Höhlen, Wüsten-Canyons und Raumschiffe, sowie Gebäude der Aliens sind die Hauptschauplätze. Das Artdesign ist eher generisch und uninteressant und vor allem die Gegner sehen einfach langweilig aus.

Die Story ist nicht sonderlich innovativ und das Skript einfach nicht gut genug. Nolan North verkörpert in der Rolle des William Grey abermals ein Abziehbild von Nathan Drake aus Uncharted, allerdings erreichen die Dialoge nie dessen Niveau.

Dark Void ist im Kern kein schlechtes Spiel, jedoch verschenkt es an jeder Ecke Unmengen an Potential. Die Geschichte und die unterschiedlichen Gameplay-Elemente hätten ein wirklich gutes Endresultat ergeben können. Auch grafisch ist mit der Unreal 3 Enginge deutlich mehr möglich. Man wird das Gefühl nicht los, dass mit allen Mitteln ein Release Termin eingehalten werden musste und aus einem noch sehr unfertigen Spiel schnellstmöglich ein verkäufliches Produkt hergestellt wurde.

3/5

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