Deus Ex Human Revolution

Deus Ex Human Revolution

Ich gebe es direkt am Anfang zu: meine Erfahrungen mit dem Kultspiel Deus Ex sind eher begrenzt. Als es erschien war gerade eine meiner großen PC Phasen beendet und nachdem ich in den vorherigen Jahren alle FPS von Shadow Warrior über Sin bis Shogo gespielt hatte, galt meine Aufmerksamkeit im Jahre 2000 nur noch der Dreamcast. Dabei wäre ein FPS/RPG/Stealth-Game mit Cyberpunk-Szenario genau mein Ding gewesen. Jahre später erschien der Nachfolger, dessen Demo ich kurz auf der Xbox antestete, aber keinen wirklichen Zugang zum Spiel fand. Chance Nummer 3 war ein Steam Sale, bei dem ich beide Teile für 5,- € abgreifen konnte. Aber auch diesmal wendete ich mich nach einem Level doch wieder der herbstlichen und weihnachtlichen Releasewelle und dem großen Pile of Shame zu.
Die Ankündigung des dritten Teils der Deus Ex Reihe erfreute mich dann aber umso mehr. Endlich ein Cyberpunk Game in modernem Gewand.

Der Einstieg in die Welt von Deus Ex war genau wie ich ihn mir erhofft hatte: stylische Präsentation und eine geniale Atmosphäre. Durch die nächtlichen Straßen des zukünftigen Detroids zu streifen fühlt sich einfach fantastisch an und diese Mini-Hubs erinnern mich an das großartige The Darkness. Ein guter Einstieg.

Auch im weiteren Verlauf weiß Deus Ex zu punkten. Die Grafik geht in Ordnung, aber vor allem der Artstyle mit seinen Kontrasten aus schwarz und gold weiß zu gefallen. Die spannende Verschwörungsgeschichte um Großkonzerne ist nicht immer neu, aber das Thema Augmentation mit seinen moralischen Zwickmühlen ist äußerst interessant.
Erfreulicherweise spielt sich Deus Ex auch fantastisch. Besonders das Stealth-Gameplay funktioniert sehr gut und die Entwickler haben verstanden, dass es auch auf der Konsole unabdingbar ist jederzeit speichern zu können. Ich will keine Stealh-Games mehr spielen bei denen ich nach minutenlangem Warten, Auskundschaften und lautlosem Ausschalten der Gegner entdeckt werde und alles wiederholen darf. Leider habe ich die Speicherfunktion erst nach einigen Stunden entdeckt, weshalb diese umso frustrierender ausfielen. Dank der langen Spielzeit blieb aber noch genug vom Spiel übrig, um es zu genießen.

Ganz ohne Kritik kommt allerdings auch Deus Ex nicht weg. Mit Abstand am schlimmsten sind die Bosskämpfe, welche von einem anderen Studio designed wurden. Entsprechend fehl am Platz sind sie im fertigen Spiel. Keiner der Bosse lässt sich mit subtilen Schleichtaktiken lösen, sondern nur mit roher Waffengewalt. Ergo haben es die Spieler solcher Charaktere umso schwerer und müssen eventuell sogar Praxis Points in Skills investieren, die sie im restlichen Spiel nicht brauchen werden. Somit entsteht auch gleich der nächste Kritikpunkt. Es gibt einfach zu wenig Praxis Points/Kits im Spiel. Mehrere Male musste ich Skills kaufen, die ich nur einmal benötigte und eine Side Mission im ersten Hub konnte ich nicht erledigen, weil ich keine Punkte mehr hatte um den nötigen Skill zu kaufen. Sobald man das Hub storybedingt wechselt lassen sich die unerledigten Nebenaufgaben leider auch nicht mehr nachholen. Auf der technischen Seite hätte ich mir außerdem kürzere Ladezeiten gewünscht. Die sind teilweise eine echte Zumutung.

Trotz seiner Mängel bleibt Deus Ex Human Revolution eines der besten Stealth Games aller Zeiten und begeistert mit tollem Gameplay und vielfältigen Möglichkeiten, sowie einer atmosphärischen Präsentation.

4/5

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