Fez

Was soll das? Was hat das zu bedeuten? Macht das hier irgendeinen Sinn?

Das sind Fragen, die ihr euch im Verlauf von Fez zweifelsohne stellen werdet. Ihr schlüpft in die Rolle des süßen Wesens Gomez, der in einem kleinen Dorf lebt. Kurze Zeit später erhaltet ihr die namensgebende Kopfbedeckung Fez und lernt die dritte Dimension wahrzunehmen. Außerhalb eures kleinen Dorfes wartet eine große Welt auf euch.

Und diese Welt ist in der Tat sehr groß. Erklärungen gibt es so gut wie gar keine. Ihr werdet auf das Spiel losgelassen und müsst euch alles selber zusammenpuzzlen. Ab und an gibt ein schwebender Begleiter seinen Senf dazu, was aber selten auch nur annähernd hilfreich ist. Einzig die Tatsache, dass ihr Würfel sammeln müsst ist klar, denn diese öffnen Türen, die euch in weitere Areale vordringen lassen. So spielte ich die ersten Stunden erst wild ins Blaue, sammelte besagte Würfel und lauschte dem fantastischen Soundtrack.

Irgendwann erreichte ich aber Sackgassen und fühlte mich generell extrem verloren. Ich versuchte mir auf der verwirrenden Karte einen Überblick zu verschaffen. Ich sah viele Räume mit Fragezeichen, Räume die ich wiedererkannte, deren Sinn ich aber nicht verstanden hatte. Bei vielen glaubte ich, dass ich später neue Fähigkeiten erhalten würde, die mir helfen würden weiterzukommen.

Im Verlauf des Spiels hatte ich einige schwarze Würfel, sogenannte Anti-Cubes gefunden, aber erst ein Blick in etwas, das mit dem direkten Spiel nicht so viel zu tun hat eröffnete mir plötzlich eine ganz neue Ebene, einen Weg die Anti-Cubes zu bekommen. Ich hatte ein erstes, kleines und eigentlich simples Geheimnis des Spiels verstanden. Ab diesem Punkt zog mich Fez immer mehr in seinen Bann. Ich begann vorherige Räume zu besuchen, versuchte zu verstehen was merkwürdige Zeichen und Signale zu bedeuten haben. Auf einmal schoss mir ein Raum am anderen Ende der Karte in den Sinn, dessen Geheimnis ich spontan mental löste.

Hat man die Grenze vom einfachen Puzzle-Platformer überwunden und beginnt sich in dieser rätselhaften Welt zu verlieren, erschließt sich einem plötzlich das gesamte Genie hinter dem Spiel. Es ist einfach so viel mehr als es zunächst scheint. Eine Meta-Ebene voller Aha-Momente, die ich fast als einzigartig beschreiben möchte. Das Ende von Fez erreicht man noch vergleichsweise einfach und auch dafür lohnen sich die 800 MS Points. Startet man anschließend aber das New Game+, das einem einen weiteren Blick auf die Welt verschafft, beginnt erst der richtige Teil von Fez. Plötzlich sitzt man mit Stift, Zettel und Kamera vor dem Fernseher und versucht das Geheimnis hinter dem nächsten kryptischen Rätsel zu dechiffrieren.

Fez tut Dinge, die ich noch in keinem anderen Spiel gesehen habe. Es ist ein intelligenter Geniestreich, ein Meisterwerk.

5 Gedanken zu “Fez

    • Ist wirklich klasse. In letzter Zeit war vermeintliche Exklusivität oftmals ja doch zeitbegrenzt. Vielleicht kommt irgendwann auch eine PSN oder Steam Version.

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