gamescom 2012 Speedrun: Meine 90 Minuten auf der Spielemesse

Ich war auf der gamescom. Ihr habt mich vielleicht nicht gesehen, aber ich war da. Und während ihr noch in eurer ersten Schlange standet, um eine Demo zu spielen oder nur ein Trailerfilmchen zu sehen, war ich schon wieder runter vom Messegelände und schnappte wild nach Luft. Es folgte ein schöner Spaziergang am Rhein, ein köstliches Sushi, eine kühle Fassbrause und ein Stracciatella-Eis zum Mittagessen. Was war geschehen?

Nun, eigentlich hab ich es gar nicht so mit der gamescom oder um genauer zu sein mit Trailern und Demos. Erstere schaue ich höchst selten und letztere spiele ich nur bei Arcade Games oder wenn ich mir wirklich nicht sicher bin, ob mir ein Spiel liegt. Dafür anstellen, wenn viele Games sowieso zeitnah erscheinen? Ne. In den letzten Jahren hatte ich das Glück mit einem Ausstellerausweis meines damaligen Arbeitsgebers am Pressemittwoch durch die Hallen schlendern zu können. Bei 10 oder 15 Minuten habe ich mich dann auch mal für das ein oder andere Highlight angestellt und reingeschaut. Hauptsächlich, um hier etwas berichten zu können. Am liebsten packe ich aber das brandneue Spiel zu Hause aus, fletze mich auf die Couch, setze mein Surround-Headset auf und lasse mich überraschen. Meine Must-Haves dieses Jahr sind Borderlands 2 und Hitman Absolution. Die werden so oder so gekauft. Anspielen muss ich die nicht.

Als unprivilegierter Non-Elite-Underground-Blogger ganz normaler Besucher ging es dann also erst am Donnerstag auf die Messe. Kurz nach Öffnung der Tore, damit es noch möglichst leer ist. Das mit dem „leer“ war allerdings schnell dahin. Die Schlange bei Borderlands 2 sah schon zu lang aus, um sich dort anstellen zu wollen. Also begannen wir durch die Hallen zu tigern. Auch beim neuen Tomb Raider sah es zu voll aus, um sich dort in die Schlange zu quetschen. Stattdessen wurden Eindrücke gesammelt, auf ein paar Bildschirme geschaut, Fotos geschossen und nach 90 Minuten waren wir dann irgendwie durch und wollten eigentlich nur noch raus aus den Hallen. Warm, eng, überfüllt und olfaktorisch stellenweise grenzwertig. Wahrscheinlich kein Vergleich zum Samstag, aber selbst am ersten Tag war mir das Gedränge schon zu groß.

Vielleicht wäre die Situation anders gewesen, wenn ich Termine und Treffen vor Ort gehabt hätte, wie einige andere Blogger, schließlich waren die Besuche am Mittwoch der letzten Jahre auch immer nett. Wie man sich bei Assassin’s Creed III in eine Schlange stellen kann, die mit einer Wartezeit von 300 Minuten veranschlagt wird (war das wirklich kein Fake?), ist mir allerdings schleierhaft.

Es folgt das übliche Mantra, welches sowieso nicht erhört wird. Eine oder mehrere 18er Halle würden ein großes Problem lösen. Dann müsste man sich auch nicht überall anstellen, sondern könnte den Leuten über die Schulter schauen. Oder noch besser: große Bildschirme anbringen, damit andere Leute zuschauen können. Mehr Demo-Stationen und kürzere, besser gewählte Demos. Die 5 Minuten Vorspann bei The Darkness II im letzten Jahr wären auch nicht nötig gewesen. Naja, kommt sowieso alles nicht, weil es wahrscheinlich viel zu teuer werden würde, zwei Stände als Publisher mieten und planen zu müssen. Auch davon abgesehen wirkte die Orga nicht immer ganz schlüssig. Teilweise sehr breite, leere Seitenbereiche in den Hallen (kein Wunder, da einige Publisher fehlten), aber die Stände waren trotzdem wieder, mit teils viel zu engen Gängen, dicht zusammengestellt. Hier gab es diverse Flaschenhälse, durch die man sich durchdrücken musste. Dazu kamen dann noch teils verschlossene Ausgänge zu den Außenbereichen. Von den diversen Messe-Babes, die einem nur leid tun können und die kein Mensch braucht, sowie Besuchern, die mit „Show me your tits!“-Rufen auf sich aufmerksam machten, will ich hier gar nicht erst anfangen.

Was lerne ich nun daraus? Vermutlich, dass ich die Besuchertage meiden sollte. Hätte ich keine so kurze Anreise, würde ich der Messe wahrscheinlich sowieso fernbleiben. Ob ich mir den Spaß nächstes Jahr wieder antun werde ist also fraglich, aber wie ich mich kenne auch nicht unwahrscheinlich. Die Neugier und Hoffnung auf Besserung ist dann wahrscheinlich doch wieder zu groß und alternativ gilt es einen Rekord von 90 Minuten zu brechen.

5 Gedanken zu “gamescom 2012 Speedrun: Meine 90 Minuten auf der Spielemesse

    • Viele Fotos sind auch kurz nach Einlass entstanden. Als wir gegangen sind sah der Blick von der Treppe oben z.B. schon ganz anders aus, man kam teilweise nicht aus den Hallen raus wegen Gegenverkehr usw. Also der Samstag wäre mir das viel zu krass. Ich bin sowieso empfindlich was Menschenmassen angeht. Bin mal gespannt auf Bilder und Feedback morgen.

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