Mass Effect 3 – Eine Mischung aus Gears of War und den Harry Potter Filmen

Endlich bin auch ich dazu gekommen den dritten und letzten Teil der Mass Effect Saga zu spielen. Episches Finale oder mauer Abschluss? Von beidem etwas, würde ich sagen.

Aber Basti, was hat Mass Effect 3 denn mit Harry Potter zu tun?

Ich habe die Harry Potter Bücher irgendwo ab Mitte vierter Band aufgehört zu lesen. Die Filme habe ich anschließend alle gesehen und verstand kaum was dort passierte und warum und wer die ganzen Leute eigentlich sind. Das führte dazu, dass ich die Filme allesamt ziemlich öde fand. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich bei diesem Spiel, wenn auch weniger drastisch. Es fiel mir schwer zurück ins Mass Effect Universum zu finden. Mir fehlte eine Art previously on Mass Effect Sequenz. So unvermittelt in die doch recht umfangreiche Spielwelt geworfen zu werden, mit all ihren Planeten, Rassen, politischen Verstrickungen, meinem Gefolge und meinen Entscheidungen ging mir zu schnell. Kaum hatte ich mich im Character Creator von meinem potthässlichen Standard-Shepherd verabschiedet und ihn gegen ein neueres, leicht hübscheres Modell (mit großer Nase, die sich nicht verkleinern ließ) ausgetauscht, ging es auch schon los und ich hatte keinen Schimmer was passierte. Dieses Gefühl zog sich leider durch weite Teile des Spiels. Nach 2 Jahren sind meine Erinnerungen nicht mehr allzu gut und das schlug sich wohl doch etwas negativ auf die Immersion aus.

Leider wurde mir auch die Struktur des Spiels erst später klar, beziehungsweise las ich sie nach. Bei Teil 2 war das Vorgehen relativ klar: Crew rekrutieren, Loyalty Missions absolvieren, bestes Ende erhalten. Das klappte zwar auch nur begrenzt gut, aber im dritten Versuch überlebten dann damals doch alle Crew Mitglieder und ich hatte einen perfekten Save für das Finale. Diesen versaute ich mir dann gehörig in Teil 3. Kleine Sidemissions, die ich als unwichtig ansah und mir sparte, stellten sich als immens wichtig heraus, um den bestmöglichen Ausgang zu erzielen. Viele davon beherrbergten sogar Charaktere aus Teil 2, die ich nun nicht mehr wiedersah. Mein Frust stieg und stieg was die Entwicklung der Story anging. Nicht einmal der hohe Paragon-Wert meines importierten Charakters reichte aus, um diverse Situation zu ihrem bestmöglichen Ausgang zu führen. Die Missionen endeten teils verheerend.

Der Gears of Wars-Vergleich kommt dann wohl daher, dass sich die Games ähnlich spielen?

Ähnlich? Es ist Gears of War oder jeder andere x-beliebige Cover-Shooter der letzten Jahre. Das mag mir in Teil 2 noch nicht so extrem aufgefallen sein, aber bei Mass Effect verlor ich recht schnell die Lust daran mich durch die stellenweise auch recht uninteressanten Umgebungen zu ballern. Das Genre ist einfach ziemlich ausgelutscht momentan (Captain Obivous, ich weiß). Zugegeben, ein paar Gadgets und Fähigkeiten, wie Liaras Strudel-Gedöns und der Concussive Shot sind nett, aber die Luft ist irgendwie raus. Kriege zwischen den unterschiedlichen Rassen des Universums ließen sich eigentlich einfach lösen, wenn deren Architekten gleichzeitig ihre Diplomaten wären: „Ihr klatscht euren Planeten mit hüfthohen Barrieren voll? Wir auch!“ „Ja geil, laß mal einen Saufen gehen, Junge.“. Problem gelöst.

Glücklicherweise hat Mass Effect 3 aber auch sehr positive Seiten. Bei all dem Gemotze darf man nicht vergessen: es ist verdammt episch. Das Ende des Universums abwenden? Ein kaum zu besiegender Gegner, den das gesamte Universum gemeinsam versucht zu bezwingen? So etwas habe ich in diesem Ausmaß noch in keinem anderen Spiel erlebt. Imposant präsentiert mit Grafik und Sounddesign auf höchstem Niveau. Allein der Reaper Laser mit seinem wummerndem Bass gehört zum bedrohlichsten, was ich jemals in einem Spiel gehört habe.

Ein Blick auf die Checkliste sagt mir, es ist Zeit über das Ende zu sprechen. Das halte ich lieber kurz, denn Spoiler hasse ich selbst wie die Pest. Ist es so schlimm, dass man die Entwickler dafür verklagen muss? Keine Frage, sicherlich nicht. Aber auch mir hat es alles andere als gefallen. Nach drei Spielen mit einer Gesamtspielzeit, die sich gut und gerne im dreistelligen Bereich ansiedeln kann, erwarte ich etwas anderes. Inhaltlich und zeitlich. Etwas mehr als zwei kurze Szenen hätten es da durchaus sein dürfen. Ein Problem, das der Extended Cut offenbar löst. Dafür spiele ich aber bestimmt nicht noch einmal die letzten Stunden des Spiels.

Insgesamt klingt dieses Review wahrscheinlich sehr negativ. Mass Effect 3 ist sicherlich kein schlechtes Spiel, es konnte nur meinen sehr hohen Ansprüchen nicht ganz gerecht werden.

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