Dust – An Elysian Tail

Zuerst einmal: was für ein dämlicher Name, oder? Dust heißt momentan gefühlt jedes zweite Spiel (okay, ich übertreibe) und dann dieser saublöde Untertitel. Aber egal. Die Frage ist doch, ist Dust so mies wie sein Name oder so toll wie es aussieht? Ich tendiere stark zu letzterem.

Ihr spielt Dust, einen Emo-Samurai-Hasen (?), der sein Gedächtnis verloren hat. Begleitet wird er von einem sprechenden Schwert und einem nervtötenden, fliegenden Katzenviech namens Fidget. Zugegeben, die Story, welche eher wie Fan-Fiction zu einem drittklassigen Manga wirkt und das Charakterdesign mit seinen anthropomorphen Furry-Kreaturen, finde ich relativ furchtbar. Auch gibt es insgesamt zu viele, langatmige Dialoge. Immerhin ist der Humor dabei aber ganz nett. Umso schlechter sind die Sprecher allerdings, wenn es um emotionalere Situation geht. Das alles ist aber halb so schlimm, denn dafür sind das handgemalte Artdesign und die Animationen insgesamt wunderschön. Auch die musikalische Untermalung vermag zu gefallen.

Viel wichtiger ist bei so einem Titel sowieso das Gameplay und hier reiht sich Dust nahtlos in die Crème de la Crème der Metroidvania Games ein. Combos, Dodges und andere Moves gehen sauber von der Hand, es gibt jede Menge Items zum Sammeln und Craften und natürlich dürft ihr euren Charakter eifrig aufleveln. Anfangs mag das Kampfgeschehen etwas hektisch wirken, aber das legt sich schnell. Eine Sache, die das Game besonders gut macht, ist Loot. Jeder Gegner dropt Rohstoffe, die ihr zu neuen Rüstungen verarbeiten lassen könnt, wenn ihr unterwegs die entsprechenden Blue Prints findet. Die Rüstungen, Anhänger und sonstigen Gegenstände sind gelegentlich dermaßen gut, dass Dust gleich doppelt Spaß macht. Außerdem leveln die Gegner glücklicherweise nicht mit. Kehrt ihr in alte Areale zurück oder grindet eine Zeit lang, werdet ihr schnell merken, wie ihr immer überlegener werdet. Wie es sich für ein Game dieses Genres gehört, erlangt ihr regelmäßig neue Fähigkeiten, die euch neue Wege öffnen und Geheimnisse entdecken lassen. Besonders gelungen sind dabei die diversen Cameos von Charakteren aus anderen bekannten (Indie) Games.

Viel zu bemängeln gitb es eigentlich nicht. Die Gegnervielfalt ist, gerade im Vergleich zum Vorbild Castlevania, eher gering. Im Gegenzug gibt es dafür aber auch keine nervtötenden Medusa Heads. Nervtötend sind da eher einige kleine Designpatzer. Gelegentlich sind die Save Points schlecht gesetzt, was in Verbindung mit One-Hit-Kills oder einer Masse sehr starker Gegner etwas frustrierend werden kann. Außerdem sind einige Sprungpassagen zusammen mit Stacheln und Giftpilzen etwas unfair geraten, da die sonst gute Steuerung hierfür zu hakelig und unpräzise ist. So kann es stellenweise zu Trail & Error Momenten kommen, was sich aber durch Levelgrinden oder einen geringeren Schwierigkeitsgrad entschärfen lässt.

Insgesamt habe ich gute 14 Stunden mit Dust auf „Tough“ verbracht und hatte am Ende 95% erledigt. Eine hervorragende Spielzeit für einen XBLA-Titel, die zeigt wie viel Spaß ich mit dem Titel hatte. Man könnte meinen man spielt das HD Remake eines Klassikers und das ist wohl eines der größten Komplimente, die man Dust machen kann.

4 Gedanken zu “Dust – An Elysian Tail

    • Bei Games über 800 MS Points warte ich auch oftmals, aber in letzter Zeit kommen einfach sehr viele gute Arcade Spiele raus, bei denen sich die höheren Preise auch rechtfertigen.

    • Stimmt, ist eines der Exclusives. Da hing MS auch irgendwie mit drin was das Funding angeht, glaube ich.

      Das waren genau die drei Spiele, die ich meinte. Ich sag ja, ich übertreibe.😉 Mich hatten diese ähnlichen Namen zeitweise aber tatsächlich verwirrt.

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