The Last of Us: Ein mutiges Musterbeispiel

tlou

Mit The Last of Us findet eines der letzten, großen Spiele vor dem Start der PlayStation 4 seinen Weg auf die aktuelle Sony-Konsole und übertrifft meine Erwartungen. Abgesehen davon, dass der Titel eine technisch brillante Augenweide ist, glänzen auch Story und Charaktere. Die Zombie-Thematik ist nicht neu, als Ursache einen Pilzbefall zu wählen aber eine clevere Idee. Die Einfachheit mit der die Natur die Welt zurückerobert, zieht sich fantastisch umgesetzt als Meta-Ebene durch das gesamte Spiel, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Vom mitreißenden Einstieg bis zum perfekt gewählten Ende vergehen ungefähr 15 Stunden, die deutlich kürzer wirken. Wenigen Spielen gelingt ein so gutes Pacing und so viel Abwechslung. Statt konstantem Tempo und Dauerfeuer nimmt sich The Last of Us erfreulich gerne zurück und lässt das Setting für sich sprechen.

Einer der größten Pluspunkte von The Last of Us sind die Charaktere. Joel ist natürlich irgendwo der typische, männliche, weiße Held, gezeichnet von seiner Vergangenheit und der postapokalyptischen Welt. Dabei allerdings keineswegs eindimensional. Die Stärke des Spiels ist aber Ellie, die 14-jährige Begleiterin von Joel, sowie die Beziehung der beiden. Ebenso scheint Entwicklungsstudio Naughty Dog sehr bedacht darauf gewesen zu sein die Nebenrollen gut zu besetzen. Sexismusvorwürfen, die ich am Rande mitbekommen habe, muss ich hier widersprechen. Ein großer Teil der restlichen Figuren sind Frauen, die sich, genau wie Ellie, vortrefflich zur Wehr setzen können und Positionen als Anführerinnen besetzen. Kein Zeichen von Schwäche oder Benachteiligung gegenüber ihren männlichen Konterparts.

The Last of Us ist mehr klassischer Survival Horror als es viele andere Spiele der letzten Jahre, die sich diesem Genre zuschreiben. Konfrontationen wirken bis zum Ende bedrohlich, Vorräte und Munition sind immer knapp. Gameplay und Charaktere zeigen, dass Spiele abseits der gängigen Schemata auch am Markt vorzüglich funktionieren. Wenn The Last of Us ein Vorgeschmack auf das ist, was uns in der nächsten Konsolengeneration erwarten könnte, sehe ich dieser einen Funken optimistischer entgegen. Für mich einer der beeindruckendsten Titel des Jahres.

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